Sonderpädagogik ist eine Fahrt durchs Gelände und Pädagogik ist eine Fahrt auf der Schnellstraße. So einfach ist der Unterschied, zumindest im Bild:
Wir können beide Autofahren, haben beide gleich lang für den Führerschein gelernt und doch kommst du schneller ans Ziel, weil du auf der Schnellstraße in ordentlicher Reihe hintereinander fahren kannst und ich mich im Gelände vorwärts bewegen muss.
Für mich bedeutet das nämlich, dass ich ständig mit Hindernissen rechnen muss, die zu umfahren oder zu beseitigen sind. Ich sehe dabei Einiges von der Umgebung,
fahre zum Teil in die Irre, muss wieder wenden und gelange über Umwege langsamer in die Richtung des Ziels.
Und wo das liegt, da sind wir uns doch auch einig!
Du dagegen bist gewohnt, in gleichbleibendem Tempo, schön eingereiht voranzukommen, und wenn Einer aus deinem Team aus der Reihe tanzt, dann kann er auch schon mal bei mir abseits im Gelände landen. Hastig fährst du an den Einzelheiten vorbei und übersiehst zwangsläufig stille, tiefe, brüchige, zart- verspielte Konturen. Aber immerhin, du bist mittendrinn.
Ich bin mir sicher, dass du trotzallem nicht mit mir tauschen möchtest, so wie ich auch nicht mit dir. Mit meinem tieferen Profil passe ich nicht gut auf glatte Straßen und du kämst hier im Gelände ganz schön ins Rutschen, das Verspreche ich dir.
Manchmal brauche ich sogar Vierrad-Antrieb, damit überhaupt etwas geht: auf engstem Raum muss ich schnell in alle Richtungen rangieren, damit ich nicht festsitze.
Aber doch: einmal würd ich schon gerne mal in Ruhe geradeaus fahren. Wenn ichs mir recht überlege, wäre es doch auch mal schön nicht immer bergauf und bergab, nicht immer mit diesem Gegenwind, aber, ach, ich wäre dir kein guter Copilot. Und du, hast du mal Lust auf eine Geländefahrt?
22.5.2008 bei 21:39
Ein schönes Bild, das mit dem normalen Straßenverkehr und den Geländefahrzeugen. Sehr menschenfreundlich.
Es erklärt aber nicht, warum die einen hier und die anderen dort fahren. Die im Gelände fahren leider nicht zum Spaß mit ihren ps-starken, allradgetriebenen Fahrzeugen durch die Gegend. Sie werden einfach nicht auf die Straße gelassen. Und das, obwohl im richtigen Straßenverkehr jeder Pferdewagen und jeder 6km/h schnelle Trecker fahren darf, ohne wegen seiner Langsamkeit überfahren zu werden. Und das ist leider das Problem. Die “Straßenverkehrsordnung” unserer Schule stimmt nicht.
Und da nützt es auch nichts, wenn man gerne quer-Feld-ein fährt.
Was für eine Herausforderung für den Fahrlehrer, im Gelände fit für den Asphalt machen!
Gruß Helge